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Hirnhäute – die Meningen

AusgezeichnetDie Hirnhäute, fachsprachlich auch Meningen bezeichnet sind die Bindegewebsschichten, welche innerhalb des Schädelknochens um das Gehirn liegen. Während der komplexe Aufbau des Gehirns und dem damit verbundenen Nervensystem noch heute ungeklärte Rätzel der modernen Schulmedizin aufwerfen, lässt sich die Entdeckung und erstmalige Beschreibung der Hirnhäute auf Herophilos von Chalkedon zurückführen, welcher etwa 300 v. Chr. lebte. Man muss jedoch bedenken, dass die Medizin in dieser Zeit noch in ganz anderen, weitaus primitiveren Formen erforschte, als in der heutigen Neuzeit! Heute weis man, dass sich die damals als Hirnhaut gezeigte Bindegewebsschicht in insgesamt drei Hirnhäute unterteilt und jede ihre ganz eigenen Funktionen hat.

Die Hirnhäute

Da man zwischen drei Hirnhäuten unterscheidet, setzen diese sich wie folgt zusammen. In der äußersten Schicht liegt die harte Hirnhaut, die Dura mater encephali, welche im Medizinischen oft auch als Pachymeninx bezeichnet wird. Zwischen der harten und zarten Hirnhaut liegt die Spinnwebenhaut, die Arachnoidea encephali. An diese schließt sich die zarte Hirnhaut, die Pia mater encephali an. Zwischen der Spinnwebenhaut und der zarten Hirnhaut befindet sich der Subarachnoidalraum. In der Regel werden jedoch die beiden inneren Hirnhäute zusammengefasst und als Leptomeninx encephali bezeichnet. Die Hirnhäute werden jedoch nochmals unterteilt, in intrakraniell und extrakraniell. Als intrakraniell bezeichnet man die Hirnhäute, welche sich im Inneren des Schädels befinden. Als extrakraniell bezeichnet werden die Hirnhäute, welche sich als Rückenmarkshäute fortsetzen. Diese umgeben das im dort liegende zentrale Nervensystem. Durch ihre enge und anatomische Zusammengehörigkeit wird dieser Teil der Hirnhäute im Bereich der Wirbelsäule und des Rückenmarks Arachnoidea spinalis, Pia mater spinalis und Dura mater spinalis genannt.

Die harte Hirnhaut – die Dura mater encephali

HirnhautDie harte Hirnhaut bildet bei den Hirnhäuten die äußerste Schicht und besteht aus zwei Schichten, wobei diese nur im äußeren Teil des Schädelknochens und der äußeren Schicht mit der Knochenhaut identisch ist. Diese zwei Schichten teilen sich in den genannten Regionen voneinander, um eine Art venöse Blutleiter zu bilden. Die untere Schicht der harten Hirnhaut bildet einen Spalt zwischen beide Großhirnhälften und einen Spalt in die kleinen Hirnhälften und durch Aneinanderknüpfung mit dem innen liegenderen Duralblatt eine Verbindung, während andere Teile des Hirns durch sie getrennt werden. Die Struktur der Hirnhaut hat deshalb eine horizontal im Schädel liegenden Aufbau, welcher sich durch die Aneinanderknüpfung an unterschiedliche Teile des Schädels eine dreidimensionale Form erhält. Die ins Rückenmark verlaufende harte Hirnhaut ist jedoch nicht direkt mit dem Wirbelkanal verbunden und hat nur wenige knöcherne Verknüpfungspunkte in der Wirbelsäule. Durch die teilweise sehr hohe Durchblutung zwischen den beiden Schichten der harten Hirnhaut ist diese sehr schmerzempfindlich, da hier auch eine Vielzahl von Nervenverbindungen anbinden.  

Die Spinnwebenhaut – die  Arachnoidea encephali

Die Spinnwebenhaut liegt zwischen der zarten Hirnhaut und der harten Hirnhaut und liegt der harten Hirnhaut, der äußeren Schicht der Hirnhäute an. Die Spinnwebenhaut bildet jedoch einen teils geschlossenen, teils kapillaren Bereich, welcher Subduralspalt genannt wird. Dieser wird nur durch die Ansammlung von Luft und Flüssigkeit aufgeweitet und erst dadurch als Subduralspalt erkennbar. Durch das Anliegen an der harten Hirnhaut bildet auch die Spinnwebenhaut Spalte zu den einzelnen Hirnarealen und passt sich damit dem dreidimensionalen Aufbau der harten Hirnhaut an. Markantes Detail der Spinnwebenhaut ist die weißliche Färbung der feinen Kollagenfasern, welche ihr das spinnenwebenartige Aussehen verleihen. Von der Spinnenwebenhaut gehen knopfförmige Ausdehnungen in die Blutleiter der harten Hirnhaut ab. Diese knopfförmigen Ausdehnungen nennt man Arachnoidalzotten und versorgen die Spinnwebenhaut mit Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit.

Die zarte Hirnhaut – die Pia mater

Die zarte Hirnhaut bildet die innerste Schicht der Hirnhäute. Sie liegt sowohl dem Rückenmark als auch dem Gehirn direkt auf. Sie bedeckt diese dabei komplett und zieht sich durch alle Spalte und Zwischenräume. Sie ist damit die direkteste Verbindung zwischen dem Gehirn und den anderen Schichten der Hirnhäute. Ihren Namen erhält die zarte Hirnhaut durch ihr weiches, zartes Bindegewebe.

Krankheiten der Hirnhäute

Eine der wohl bekanntesten Erkrankungen der Hirnhäute ist die Hirnhautentzündung, die Meningitis. Sie wird unter anderem durch Bakterien und Viren übertragen und kann zum Beispiel durch Meningokokken ausgelöst werden. Die Infektionskrankheit kann je nach schwere der Erkrankung zu einer geistigen Behinderung bis hin zum Tod führen. Entzündungen des Gehirns mit Ausbreitung auf die Hirnhäute werden meist Meningoenzephalitis genannt. Andere bekannte Erkrankungen, welche in einem engen Zusammenhang mit den Hirnhäuten in Verbindung stehen, sind in den Hirnhäuten liegende Tumore, die als Meningeom bezeichnet werden. Die Reizungen der Hirnhäute lassen sich zumeist neurologisch, beispielsweise durch Kernig-, Brudzinski- oder Lasègue-Zeichen, aber auch durch Meningismus erkennen. Andere Anzeichen für ein meningeales Reizsyndrom sind Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Man muss jedoch bedenken, dass diese Symptome auch auf andere Hirnhauterkrankungen deuten, vor allem bei einer Subarachnoidalblutung oder bei Migräne. Zu einer Subarachnoidalblutung kommt es jedoch oft durch Unfälle des Schädels und beschreibt das Einbluten in Zwischenräume der Hirnhäute. Die wohl häufigste Ursache für Reizungen der Hirnhäute ist jedoch die Migräne, an welcher statistisch gesehen 10 Prozent der Weltbevölkerung leiden. Bei Frauen tritt diese jedoch dreimal so häufig auf, als bei Männern.

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